Kämpfen für BuddhaEine Spiegel TV Special Reportage über einen Shaolinanwärter
Drei Jahre haben die Reporter den jugendlichen Julian auf seinem Weg zum Shaolin Mönch begleitet. Um sein Ziel zu erreichen, muss er hart kämpfen.
Das Leben in einem Kloster der Shaolin ist hart. Acht Stunden Training, kein Alkohol und keine Mädchen. Alles, was Jugendliche als Lebenselixier ansehen, ist für Julian uninteressant. Er möchte Shaolin Mönch werden und ein Leben, wie wir es kennen, aufgeben. In der Reportage "Kämpfen für Buddha – Julians harter Weg zum Shaolin-Mönch" wird er drei Jahre von Spiegel TV Special Reportern begleitet. Dabei wird eines schnell klar – unsere romantische Vorstellung von einem Leben als Shaolin Mönch ist völlig überholt. An der Aufnahmeprüfung scheitern die MeistenJulian begeistert sich für den Kampfsport seit er fünf Jahre alt ist. Er bringt ihn zum Shaolin Tempel Kaiserslautern. Im Tempel werden seit 1995 Shaolin Mönche ausgebildet. Doch anders als in China, dem Heimatland der Shaolin, scheitern die meisten Anwärter in Deutschland bei der Aufnahmeprüfung. Sie unterschätzen das harte Training und unterscheiden meist Hobby von Leidenschaft. Der eiserne Wille fehlt, die zwei Wochen der Aufnahmeprüfung durchzuhalten und die Anwärter brechen meist nach kurzer Zeit ab. Bei Julian war das anders. Er war schnell begeistert von den Lehren des Shaolin Tempels. Auch die Ordensleitung erkannte früh seine Begabung und so wurde Julian ein Novize. Ein Leben für BuddhaMit der Aufnahme zum Novizen verlässt Julian gleichzeitig sein altes Leben. Die Obhut im vertrauten Elternhaus ist nun vorbei. Julians Eltern nagen daran allerdings mehr als er selbst. Für ihn ist der neue Weg mehr als ein Abenteuer. Mit dem Einzug beginnt ein völlig neues Leben. Julian heißt nun Shi Xiao Feng und unterzieht sich damit voll und ganz dem Orden. Sehr nah und authentisch zeigt der Film, was es heißt, sein altes Leben zu verlassen und ein Neues zu beginnen. Sein bisheriger Alltag ist nun vorbei und im Mittelpunkt stehen nun Qi Gong, Kung Fu und das Studium des Buddhismus. Julian ist ein deutsches AusnahmetalentUnter den Anwärtern ist Julian der Einzige überhaupt, der den Weg in den Tempel findet. In den drei Jahren, in den Julian begleitet wird, wird kein weiterer deutscher Anwärter ins Haus aufgenommen. Die Disziplin fehlt und der eiserne Wille, ein neues Leben zu beginnen. Daher ist Julian für den deutschen Tempel ein echtes Juwel. Er ist nicht nur in sportlicher Hinsicht ein Talent, auch das Studium des Buddhismus und die traditionelle chinesische Medizin interessieren ihn sehr. Diese Studien sind den meisten Anwärtern fremd. Das Bild des Kung Fu-Kämpfers wie Bruce Lee, Chaki Chan oder der Serienheld aus der Serie "Kung Fu" haben ein Bild romantisches Bild geschaffen. Die Faszination des Kampfes ist hierzulande groß, doch das Leben ist geprägt von harter Disziplin und vor allem Abstinenz gegenüber allem, was der Mensch in unseren Kulturkreisen als Spaß definiert. Mit den neuen Anwärtern kommt die HoffnungJulian ist bereits fast drei Jahre im Orden, als neue Anwärter ins Haus einziehen. Inzwischen hat der Tempel das städtische Umfeld gegen ein ländliches gewechselt. Hier haben die Mönche und Novizen mehr Ruhe und mehr Freiraum. Das entspricht mehr einem Leben in einem Shaolin Tempel. Und so kann er auch authentischer präsentiert werden. Neue Anwärter ziehen in das Haus ein. Julian ist nun Lehrer und zeigt den Neulingen, was das Leben im Tempel mit sich bringt. Nach einem Tag bricht der Erste bereits ab, der Zweite lässt nicht lange auf sich warten. Doch es ist der Jüngste der Dreien, der eisern durchhält. Auf ihm ruhen nun alle Hoffnungen. Hier endet der Film. Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch immer den Wunsch verspürt, ein Shaolinmönch zu werden, hat den eisernen Willen. Denn wie hart der Alltag eines Novizen ist, wird hier sehr deutlich. Besonders spannend ist, wie Julian sich in kurzer Zeit entwickelt und man wartet die ganze Zeit darauf, wann der Abbruch kommt. Der Zuschauer wird in dieser Hinsicht allerdings enttäuscht. Die Reife Julians und seine Leidenschaft für ein Leben im Tempel machen diesen Film sehr sympathisch. Abschalten ist hier Fehlanzeige. Zudem bringt der Film mit den neuen Anwärtern am Ende nochmals einen neuen Spannungsbogen ins Spiel. Eine Langzeitbeobachtung, die keine Zeitverschwendung war.
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